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Geschichte

Das Amtsgericht Burgwedel verdankt seine Entstehung zusammen mit den anderen Amtsgerichten im früheren Königreich Hannover dem "Gesetz über die Gerichtsverfassung" vom 8.11.1850 in dessen § 1 es heißt:

"Die Rechtspflege wird von der Verwaltung getrennt"

Dieses Gesetz ist am 1.10.1852 in Kraft getreten.

Die Gerichtsbarkeit selbst in Burgwedel reicht weit über 1000 Jahre zurück.

Als am 1. Oktober 1852 das neu errichtete Königliche Amtsgericht Burgwedel seine Tätigkeit aufnahm, wurde nicht nur eine personelle, sondern auch eine räumliche Trennung von Verwaltung und Rechtsprechung vollzogen. Während die Verwaltung sich ganz in das Jagdschloss, dem heutigen Altbau des Amtsgerichts, zurückzog, übernahm das Amtsgericht zunächst das sogenannte Amtshaus am Marktplatz, der zuvor schon als Gerichtsort genutzt war. Seit 1886 residiert das Amtsgericht in dem ehemaligen Jagdschloss, das 1650/51 als Nachfolgebau des 1647 gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges niedergebrannten Jagdschlosses der Celler Herzöge erbaut und in der Folgezeit durch Anbauten u. a. 1718 erweitert wurde.

1989 und 1991 wurden die Neubauten bezogen, 1999 wurde die Sanierung des Altbaus -Jagdschlosses- abgeschlossen.

Das Amtsgericht hatte während der ersten 91 Jahre seiner Existenz, also bis zur vorübergehenden Schließung während es Zweiten Weltkrieges, nicht viel mehr als eine handvoll Mitarbeiter. Die Zahl schwankte zwischen 6 bis 7: 1 Richter, 1 bis 2 Beamte, 3 Angestellte und 1 Gerichtsdiener. Es war ein kleines ländliches Amtsgericht.

Am 19. Juli 1943 wurde das Amtsgericht, wie viele andere kleine Gerichte auch, als kriegsbedingte Sparmaßnahme geschlossen. Alle Geschäfte und Angelegenheiten des Amtsgerichts Burgwedel wurden nun vom Amtsgericht Hannover aus erledigt, wo die bisherigen Mitarbeiter des Amtsgerichts Burgwedel eine eigene Abteilung bildeten mit der Bezeichnung "Amtsgericht Burgwedel in Hannover". Die nicht benötigten Akten, Formulare und Arbeitsgeräte wurden in Kisten und Kartons verpackt und verblieben in den bisherigen Diensträumen in Großburgwedel.

Im September 1944 zog dann die Wehrmacht in das Gebäude ein und belegte 5 Räume des Erdgeschosses. Im Strudel des Zusammenbruchs von 1945 gerieten die Gebäude dann völlig außer Kontrolle. Sowohl das Hauptgebäude als auch das Gefängnis und Wachtmeisterhaus wurden bis auf die letzte Kammer mit Flüchtlingen belegt. Am 15.Januar 1947 nahm das Amtsgericht Burgwedel seinen Dienstbetrieb wieder auf.

Nachdem der Geschäftanfall in den folgenden Jahrzehnten räumlich zu unerträglichen Zuständen führte, fiel im Jahr 1983 die Entscheidung, das Raumproblem durch einen großzügigen Erweiterungsbau zu beseitigen. Der ursprünglich für 1986 geplante Baubeginn verzögerte sich jedoch bis August 1988, so dass der erste Bauabschnitt – Erweiterung der Remise und Errichtung von 2 Gebäudetrakten in den ehemaligen Dienstgärten, die durch einen Laufgang mit der Remise verbunden wurden – erst Ende 1989 abgeschlossen und die Gebäude bezogen werden konnten.

In dem zweiten Bauabschnitt, der im September 1989 begann, wurde zwischen Remise und ehemaligem Jagdschloss ein Saaltrakt errichtet und durch Laufgänge an die beiden Nachbargebäude angeschlossen. Die endgültige Bezugsfertigkeit war im Oktober 1991 gegeben.

Der dritte und letzte Bauabschnitt, die Restaurierung des ehemaligen Jagdschlosses, wurde im April 1999 abgeschlossen.

Säulengang im Museum
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